Liebes Tagebuch
Mein neues Telefon

'77 RFT Variant
Seit Freitag nun besitze ich ein neues Telefon. Es ist in einem hübschen grau gehalten und hat ein poliertes Kunststoffgehäuse. Die Zifferntasten sind radial angeordnet, was optisch richtig viel hermacht.
Das Telefon zeichnet sich besonders durch seine Umweltfreundlichkeit aus. Es verursacht minimalen CO2-Ausstoß, da es keine eigene Stromversorgung benötigt, sondern mit den 60V der Telefonleitung auskommt. Dadurch fällt der Akku weg und beseitigt somit die uralten Menschheitstraumata »Memory-Effekt« und »Warum-ist-immer- mitten-im-Gespräch-der-verdammte-Akku-alle-Effekt«.
Neben dem schicken Design und dem extrem umweltfreundlichen Betrieb, besitzt dieses Stück herausragender deutscher Ingenieurskunst ein monochromes Display, welches jederzeit und permanent die eigene Rufnummer anzeigt. Es ist leicht erkennbar direkt oberhalb des Tastenfeldes angeordnet. Der Schnellwahlspeicher ist schon werksseitig mit den drei wichtigsten Nummern vorprogrammiert: Mit der Schnellwahl 115 gelangt man zum Roten Kreuz, mit 112 gelangt man direkt zur Feuerwehr und die Schnellwahl 110 verbindet einen direkt mit der Volkspolizei.
Im Gegensatz zu den meisten Mobiltelefonen auf dem Markt, ist einer der beliebtesten Klingeltöne bereits standardmäßig auf dem Telefon gespeichert: das überaus beliebte und sehr kultige »Ring« eines nostalgischen Tischapparates. Das Telefon heißt »Variant« und wurde 1977 im VEB Fernmeldewerk Nordhausen (Mitglied der RFT) hergestellt. Es zeigt eindrucksvoll, wie fortschrittlich die Technik im Ostblock bereits war.
Jan • 4.3.2007, 23:41 Uhr • Kommentare: 1
Kurioses
Wissenslücken


Werbepappkiste in einem Berliner Treppenhaus
Wer kennt das nicht, daß wenn man den Briefkasten öffnet, einem ca. 2,46 Tonnen Altpapier entgegenstürzen? Die Werbemittelindustrie scheint völlig unbeeindruckt gewesen zu sein von der schwachen Wirtschaft der letzten Jahre, denn man kann fast sicher sagen, daß die Menge Werbung im Briefkasten mindestens proportional zur Arbeitslosenzahl gestiegen ist. Clevere Nachbarn haben dann angefangen, Bitte-keine-Werbung-Aufkleber aus der BILD-Zeitung auf ihre Briefkästen zu kleben, aber wie in jedem anderen Krieg auch, gibt es zu jeder neuen Entwicklung auch eine entsprechende Gegenentwicklung und so gingen die Werbetreibenden schnell dazu über, ihre Prospekte zentimeterdick in lokale Wochenblätter zu legen. Dieser Wahnsinn ist bereits so weit fortgeschritten, daß der Anteil Werbung dicker ist, als die Zeitung selbst. Doch auch die Herausgeber nutzen die Vorteile und scheinen sich hauptsächlich über derlei militante Werbung zu finanzieren. Zumindest wäre das ein Grund dafür, warum ich inzwischen drei verschiedene pro Woche bekomme, wo es doch früher nur eines gab!?
Wer sich dagegen wehren möchte, muß seinen BILD-Aufkleber noch durch Zusatzschilder wie "Bitte keine kostenlosen Zeitungen!" ergänzen. Leute, die aber auf ihren Lokalanzeiger nicht verzichten wollen, müssen ihre Werbung eben manuell entsorgen (und darauf achten, daß sie vor ihrem Urlaub einen Nachbarn bitten, den Briefkasten zu leeren, sonst paßt nach 2 Tagen der ganz wichtige Brief, auf den man schon seit Wochen wartet nicht mehr hinein und wird halbzerfleddert dann irgendwann von der Treppenhausreining entsorgt). Seit einigen Jahren gibt es in fast jedem Treppenhaus eine Pappkiste unterhalb der Briefkästen, in welche man die Werbung direkt entleeren kann. Wer etwas genauer hinschaut, kann dort auch so manche Kuriosität entdecken und wer dann noch genauer hinschaut merkt, daß da was fehlt.
Hat der ehemalige Besitzer für sich entschieden, daß er die Bände 2, 4, 5 und 11 des großen, modernen Lexikons nicht mehr braucht? Oder hatte er nur diese? Oder gehen neuerdings Verlage dazu über, Probeexemplare in Briefkästen zu stopfen, die dann auch nur in der Werbepappkiste landen? Man weiß es nicht. Wissenslücken!
Jan • 23.2.2007, 0:04 Uhr
Kurioses
Jemand hier, der »Reinsch« heißt?
Quatsch! So einen blöden Namen gibt es nur in der deutschen Synchronfassung der Simpsons, ausgedacht von Ivar Combrinck, dem Dialogregisseur der Arena Synchron. Oder doch auch im echten Leben?
Laut www.berlingeschichte.de war Herr Reinsch zwischen 1898 und 1910 der erste Gemeindevorsteher Adlershofs (Berlin-Treptow), der das Amt nicht unentgeltlich ausübte. Die einen sagen, mit der Jahrhundertwende kam das Schmieren von Politikern auch in Adlershof in Mode, andere sehen darin den Beginn des unaufhaltsamen Niedergangs des überbezahlten Adlershofmißmanagements. Ich hingegen freue mich einfach nur über die Simpsons-Parallele und halte es ansonsten für absolut uninteressant.
Jan • 11.2.2007, 20:34 Uhr • Kommentare: 1
Liebes Tagebuch
Bettgeschichte

Gerade nicht viel Platz drin: Bett
Jeder, der länger als 180 cm ist kennt sicher das leidige Problem der viel zu kurzen Bettdecken. Zieht man die Decke des Nachts über die Schulter, gucken - plopp! - die Füße unten heraus. Will man diese wieder zurück ins Warme ziehen, muß man die Beine anwinkeln - und wacht am nächsten Morgen mit Rückenschmerzen auf, da man die ganze Nacht schief und eingeknickt gelegen hat.
Kürzlich berichtete ein Freund von einer übergroßen Bettdecke, die dieses Problem bei ihm ein für alle mal behoben hat. Ja ich weiß, was Ihr jetzt denkt, aber macht sich ein normal-ignoranter Endzwanziger wirklich gedanken über Bettdecken-Standards? Ich wußte es wirklich nicht!
Gestern also fuhr ich zur Domäne, um das Bettenangebot zu studieren - und fand ganze zwei Bettdecken mit den Maßen 155x220, der Rest war 135x200-Standard. Und jene beiden Decken waren dick, mit Federn gefüllt und so gut verpackt, daß man unmöglich »mal fühlen« konnte. Die Preise lagen erwartungsgemäß zwischen 30 und 50 Euro. Nee das isses nich.
Also wo könnte man noch schauen? Genau! Im Dänischen Bettenlager müßte es doch ein riesiges Angebot geben. Kaum zwei Minuten durch die zwei Reihen mit Bettdecken geschlendert, kam schon der Berater. Herrje, was es alles für Betten gibt! Die meisten können mehr als mein Handy! Da gibt es welche mit extra saugfähigen Hüllen, mit besonders kleinen Kammern und mit silikonisierten Federn. Meine Frage, ob die Federn denn von glücklichen, freilaufenden Enten seien überhörte der Verkäufer vermutlich absichtlich. Als er mir jedoch erklärte, daß diese bstimmte Decke einen besonders hohen Wasserstoffanteil habe und ich ihn fragte, ob sie auch eine Octanzahl hat, brachte ich ihn völlig aus dem Konzept. Schnell fing er sich und zeigte mir ein besonders teures Exemplar, welches Aloe Vera enthält, was besonders gut für die Haut sein soll. Du meine Güte, ich will keinen Wellness-Urlaub in der Bettdecke machen, ich will da einfach nur drin schlafen!? Und was sollen diese Preise? Es gibt doch tatsächlich Bettdecken für über 300 EUR pro Stück, vermutlich heliumgefüllt, mit Diebstahlschutz und UMTS.
Und wohin geht man, wenn man es unkompliziert möchte? Zu Ikea. Und ich habe auch sofort eine perfekte Decke für 20 Euro gefunden. Allerdings hab ich dann auch gleich noch ein neues Kopfkissen, ein Gewürzboard, einen neuen Nachttisch und zwei Einweckgläser gekauft. So ist das bei Ikea. Aber meine Füße bleiben jetzt warm des Nachts - auch wenn ich die Beine ausstrecke.
Jan • 18.1.2007, 19:11 Uhr
Aktuelles
Weitere Ursachen für Amoklauf von Emsdetten entdeckt
Eine neue Studie hat ergeben, daß Sauerstoff gewalttätig macht. Die Statistik besagt, daß 100% (hundert Prozent!!) aller Gewalt- und Straftäter unmittelbar vor ihrer Tat Sauerstoff geatmet haben! Die Bundesregierung erwägt jetzt das Verbot von »Killergasen«, allen voran Sauerstoff. Ebenfalls auf der Abschußliste stehen auch Stickstoff und einige weitere bisher ungenannte Gase.
Kritiker behaupten, ein generelles Verbot wäre verfassungsrechtlich bedenklich und kaum durchsetzbar, da Erwachsene selbst entscheiden dürften, welche Gase sie atmen und welche nicht. Der führende Politiker Karl-Heinz Zyprieskynastbeckstein hielt dagegen, der »Jugendschutz sollte über dem Selbstbestimmungsrecht der Erwachsenen stehen«. Zum Schutze der Jugend sei es hinnehmbar, so Zyprieskynastbeckstein, auch »ein paar wenige Rechte der Erwachsenen einzuschränken«. Sauerstoff macht gewalttätig, Killergase sollten gänzlich verboten werden.
Anders sieht es bei Nikotin und Alkohol aus. Es ist wissenschaftlich erwiesen, daß sowohl Rauchen als auch übermäßiger Alkoholgenuß bei Jugendlichen keinerlei negative Wirkung haben und daher kein besonderer Schutz notwendig ist. Karl-Heinz Zyprieskynastbeckstein sieht daher von einem generellen Verbot für Alkohol und Nikotin ab. »Im Gegensatz zu den Killergasen gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis, daß Tabak- und Alkoholsteuern einen schädlichen Einfluß auf Jugendliche haben« so Herr Zyprieskynastbeckstein gegenüber der BALD-Zeitung. Es gäbe daher keine Veranlassung, hier über den normalen Jugendschutz hinauszugehen.
Weitere Ursachen für Gewalt unter Jugendlichen werden hier Diskutiert: Debatte um Verbot von »Killerspielen« bei heute-journal.
Jan • 28.11.2006, 0:46 Uhr • Kommentare: 2
Segeln · Woanders
Segeln 2006

Stau
Anreisetag, Sonnabend, 02.09.2006
02.03 Uhr, Berlin
Ich komme gerade aus der »Tonkammer« von einer entspannten Runde Dart mit dem Haeuptling, Herdis, Frank und Detlef. In 2 Stunden holen mich mein Bruder Falk und Heinz Wolfgang mit dem Auto ab. An Schlaf ist nicht zu denken. Ich bin viel zu aufgeregt und schaue mir stattdessen noch eine DVD an.
20.12 Uhr, Pula
Wir sind so gegen 19.45 Uhr in Pula (Kroatien) angekommen, nach etwa 15 Stunden Fahrt. In Deutschland lief noch alles problemlos und wir lagen gut in der Zeit, in Österreich nervte das Tempolimit. Dann die 2,5 Stunden Stau und Anstehen am Tauern-Tunnel mit Blockverkehr machten die Sache schon ziemlich anstrengend. Das war allerdings nichts im Vergleich zu den überfüllten, schlechten Strassen Sloweniens und Kroatiens, die doch tatsächlich auch noch mautpflichtig waren.

Endlich wieder an Bord
1. Seetag, Sonntag, 03.09.2006
22.08 Uhr, Pomar
Ich sitze im Salon der »Summer Night«, einer Bavaria 40. Heinz schläft bereits in der achteren Backbordkoje, Mein Vater, Georg und Falk sitzen oben in der Plicht und trinken Wein. Und ich hocke hier unten im Salon und schreibe Bordtagebuch.
Wann ich aufgestanden bin, weiß ich nicht, aber ich habe furchtbar geschlafen. Es war eng und warm in der achteren Steuerbordkoje und mein Bruder hat unentwegt geschnarcht. Ich habe beim 11. Mal aufwachen zu zählen aufgehört. Heute morgen war ich wie gerädert und bin erst um 10.30 hochgekommen, als die anderen bereits geduscht beim Frühstück saßen. Für kommende Nacht habe ich mir vorgenommen, an Deck im Schlafsack zu schlafen. Allein mein Vater konnte mich überreden, das nasse, feuchte Deck zu meiden und mir eine Matratze aus der Achterkoje im Salon auf die Erde zu legen und darauf zu schlafen. Ich denke, das werde ich probieren.
Der Tag heute war sehr interessant, wenn auch nicht sehr ereignisreich. Um 12.00 Uhr Segel gesetzt, kaum Wind, viel Sonne. Um 14.30 Uhr gabs Würstchen mit Brot.
Die Vegetation am Ufer ist wunderschön. Zypressen, Rhododendron, Oleander, viel Grün und angenehmer, würziger Duft von Land gemischt mit salziger Luft von See. Das Wasser ist so tief stahl-blau und glasklar, daß man ständigen Drang verspürt, hineinzuspringen.
Als dann der Wind zu sehr nachließ, taten wir das auch. Eine Festmacherleine wird am Heck belegt und hinterhergezogen, damit man sich festhalten und nicht verloren gehen kann, falls das Boot mehr Fahrt aufnimmt. Ans Ende der Leine ist ein Fender (diese blauen, luftballonartigen »Pinguine«, die in Häfen außenbords hängen, um Beschädigungen durch Steg, Pier oder das Nachbarboot zu verhindern) gebunden, damit sie nicht senkrecht nach unten hängt, sondern an der Wasseroberfläche gehalten wird.
Das Wasser war herrlich warm. Die schwarze Festmacherleine hing sehr tief durch, da das Boot nicht schnell genug lief, um sie zwischen Heck und Fender zu straffen. Und obwohl ich sie mit den Füßen nicht mehr erreichen konnte, sah ich sie einwandfrei und glasklar über tiefem Blau unter mir. Es ist ein Gefühl, als würde man fliegen und der Himmel befindet sich ringsherum.

Hier wird rückwärts eingeparkt
Um 18.40 Uhr lagen wir fest in Pomar. Hier im mediteranen Raum ist es üblich, mit dem Heck zum Pier zu liegen, d.h. Rückwärts anlegen. Da das Ruderblatt hinter der Schiffsschraube angebracht ist, kann man bei Vorwärtsfahrt auch mit niedriger Geschwindigkeit gut manövrieren, da durch das Wasser, das von der Schraube zum Ruderblatt strömt, immer Druck auf dem Ruder ist. Bei Rückwärtsfahrt tritt dieser Effekt eben nicht ein, da die Schraube ja dabei das Wasser genau in die andere Richtung schaufelt und keinen Druck mehr aufs Ruderblatt ausübt. Das heißt, »rückwärts einparken« mit einer über 12 Meter langen Yacht - vielelicht noch bei starkem Seitenwind - ist ein lustiges Unterfangen. Es hat trotzdem reibungslos geklappt. Zum Abendbrot gab es Schnitzel, Kartoffeln und Spargel.
Fazit des ersten Seetages: Das Revier ist genau, wie ich es mir vorgestellt habe: Die mediterane Vegetation, die Felsen, das blaue Mittelmeerwasser - alles herrlich und wunderschön. Allerdinsg sind auch meine Befürchtungen wahr geworden: Abends weht kein kühler Wind durch die Wanten, es ist bis spät in die Nacht warm und von Sonnenuntergang bis -aufgang unangenehm feucht. Kein Regen, kein Wind - kein baltisches Wetter. Kroatien ist außerdem komplett in deutscher Hand, überwiegend Bayern, Schwaben, Hessen, auch Österreicher. Teils Snobs, teils Ballermann-Prolls. Porsche, S-Klassen und andere Angeber-Autos direkt an der Pier geparkt, Paris-Hilton-Frauen mit riesigen, schrillen Sonnenbrillen und Pullovern lässig über den Schultern. Die Leute sitzen braungebrannt mit einem Champagner stolz auf ihrer Yacht und stellen ihren Reichtum zur Schau. Die andere Seite sind laute, deutsche Touristen, die mit Bierdosen bewaffnet in der Plicht ihrer Charteryacht sitzen und gröhlend den Steg mit schwäbischen, schweinischen Witzen, lautem Rülpsen und Bierdosengeklapper unterhalten. Sowas gab es auf der Ostsee nie.

Mediterrane Vegetation
Das Wetter selbst muß man tatsächlich zwiegespalten betrachten. Natürlich ist es toll, wenn es warm ist, die Sonne auf einen herunterbrennt und man abends bis spät in die Nacht kurzärmelig draussen sitzen kann. Etwa so wie der Juni und Juli 2006 in Deutschland. Im baltischen Raum macht es einen großen Reiz beim Segeln aus, wenn es abends eine gewisse romantische Kühle gibt. Wenn man einen dicken Wollpullover oder eine Segeljacke anzieht. Wenn sich der Dunst senkt, der Nebel aus dem Wasser aufsteigt und der kühle Wind in den Masten und Stagen seine klappernden und klimpernden Geräusche macht. Der Herbst kündigt sich langsam an, aber der Spätsommer versucht sich noch irgendwie ein wenig zu halten. Morgens kann man auch gerne mal vom Nieselregen geweckt werden. Ich weiß, viele finden das nicht berauschend, aber ich sehe darin eine unnachahmliche Romantik und Gemütlichkeit - für mich gehört auch das zum Segeln, ebenso wie spritzende Wellen und der eine oder andere Regenschauer. Hier gibt es das alles nicht, sondern nur noch mehr Sonne und Hitze.
Es ist 22.58 Uhr und mein Akku verabschiedet sich langsam. Noch ein Ausflug an Land und dann auch bald ins Bett.

Mein Schlafplatz
2. Seetag, Montag, 04.09.2006
21.52 Uhr, Mali Losinj
Ich sitze im Salon und schreibe zu leiser französischer Chancon-Musik an meinem Bordtagebuch. Mein Bruder beschwert sich über die Musik, die ihm wohl seit dem ersten Tag misfällt. Er meint, ihm fehle das nervige Quietschen, der Schraube, wenn sie in der Strömung beim Segeln mitläuft. Es sei ihm lieber als die Musik. Ich finde, er hat recht! Mir fehlt das Quietschen auch - zumindest ist es mir lieber als sein Geschnarche jede Nacht. Mit diesem Gedanken, genieße ich diese schöne französische Musik von Rina Ketty, die mein Bruder überhaupt nicht leiden kann. Heute Nacht werde ich wieder an Deck schlafen.
Apropos an Deck, letzte Nacht war ja eigentlich der Plan mit einer Matratze im Salon auf der Erde zu schlafen nach einer Idee meines Vaters. Leider war es so dermaßen eng, eingequetscht zwischen Back und Kombüse, daß ich mich mitsamt Schlafsack nach draußen in die Plicht verholt habe, um dem Schnarch-Terror zu entkommen und unter freiem Sternenhimmel einschlief.
Um 09.30 Uhr sind wir aus Pomer ausgelaufen und haben einen ähnlichen Segeltag wie gestern erlebt. Der Wind war heute etwas besser, so daß zunächst kein Badestop durchgeführt wurde. Leider ist der Wind trotzdem nicht ausreichend, um mehr als 30 Seemeilen pro Tag zu schaffen. Um 17.30 Uhr entschlossen wir uns schließlich aufgrund der einschlafenden Winde, die Segel zu bergen und das letzte Stück unter Maschine zu fahren, um unser Ziel noch bei Tageslicht zu erreichen. Natürlich legten wir dann noch eine kurze Badepause ein, um uns in dem herrlichen Wasser zu erfrischen.

Yachthafen und Uferpromenade von Mali Losinj
Wir erreichten Mali Losinj um 18.50 Uhr und waren 19.20 Uhr fest. Auch dieses mal wurden wir von herrlich würzigem Landduft empfangen, einer Mischung aus Nadelhölzern, Heidekräutern und Ölbäumen. Ich hab die gesamte Strecke bis in den Hafen nur fotografiert und alle Gerüchte tief in mich aufgesogen. Dieser mediterane Geruch ist wirklich einzigartig.
Nach einem Rundgang in dieser wirklich malerischen und romantischen Hafenstadt gab es Spirelli-Nudeln mit Gulasch. Ich habe ein paar Ansichtskarten gekauft, die ich verschicken werde. Ich muß mir jetzt nur noch ein paar informative Sätze überlegen und die Karten schreiben.
Ich denke aufgrund des mangelhaften Windes werden wir unsere Routen-Erwartungen stark zurücknehmen müssen. Mehr als 30 Seemeilen sind einfach nicht machbar, wodurch unser Aktionsradius eingeschränkt wird. So werden wir mal einen Tag für Baden und Schnorcheln einplanen, mal mit dem Schlauchboot ums Boot paddeln und schöne Aufnahmen auf See machen. Der Heinz wollte sowieso mal mit Bootsmannsstuhl in den Mast und eine Luftaufnahme machen.

Eine traumhafte Bucht
3. Seetag, Dienstag, 05.09.2006
21.58 Uhr, Cres
Ich sitze mit Papa und Georg in der Plicht bei einem leckeren Bier. Falk und Heinz sind unten und waschen ab. Heute war wieder ein großartiger Tag. Ausgelaufen um 9.20 Uhr. Zunächst hatten wir gar keinen, später ein wenig Wind aus der Richtung in die wir wollten. So kreuzten wir zwischen den Inseln hinundher. Gegen 16.00 Uhr frischte der Wind auf und wir rauschten mit Geschwindigkeiten bis zu 6,2 Knoten durchs Adriatische Meer.
Gegen 17.00 Uhr war der Zauber schon wieder vorbei und wir steuerten eine türkisfarbene Bucht an, ließen den Buganker fallen und schwammen erstmal zum Strand, schnorchelten dann ein wenig ums Boot und durch die riffähnlichen Uferfelsen, planschten und lichteten schließlich den Anker, um Kurs zu nehmen auf Cres auf der Insel Cres.
Cres ist ein wirklich romantischer Hafen. Eigentlich wie Mali Losinj, wenn man sich die ganzen Kneipen und Bars der Promenade wegdenkt, die touristischen Läden und Restaurants und die unwirkliche, aufgesetzte Fassade subtrahiert. Übrig bleibt eine puristische und authentische kleine Hafenstadt, die romantischer nicht sein kann.

Schnorcheln
4. Seetag, Mittwoch, 06.09.2006
22.21 Uhr, Icici
Heute hatten wir den ganzen Tag gar keinen Wind. So suchten wir uns eine schöne Bucht zum Ankern, Baden und Schnorcheln. Ich hab versucht, ein paar Unterwasseraufnahmen von Fischschwärmen, Riffen, Seeigeln und unserem Boot zu machen. Mal sehen ob diese Quicksnap-Fotos was geworden sind. Das Schnorcheln war jedenfalls großartig, auch wenn der Grund bis kurz vor den Strand noch 40 Meter weit weg ist. Direkt am Ufer in den kleinen Sub-Buchten ist es dann 0 bis 6 Meter tief, man findet viele kleine Riffe und Felsen unter Wasser, bunte Fische und Seeigel. Was ich »Strand« nenne, sind überwiegend weiße, abgerundete Steine zwischen 5 und 100 cm groß. Zum Schnorcheln ein ideales Revier - fehlen eigentlich nur noch Korallen.
Um 18.35 Uhr sind wir schließlich in Icici eingelaufen und haben dabei den Anblick der großen Hafenstaft Rijeka unter einer Smog-Glocke genossen. Rijeka ist Kroatiens größter Hafen und auch eine sehr häßliche, öde Großstadt. Sowohl mein Vater als auch Georg haben zu ihrer Zeit als Seefahrer unabhängig voneinander mit ihren Schiffen in Rijeka in der Werft gelegen und haben nun natürlich Interesse daran, zu sehen, wie die Stadt und der Hafen heute aussehen. Daher ist für morgen eine kleine Rundfahrt geplant, bei der wir einmal die Küste Rijekas abfahren.
Nach dem Einlaufen gab es nicht mehr die geplanten Königsberger Klopse mit Reis, da einige hungrige Seelen bereits auf See noch Reste an Erbsensuppe und Würstchen vertilgten und abends nur noch 2 Leuten der Sinn nach fester Nahrung stand. So wurde entschieden, kalt zu essen. Merkwürdigerweise waren aber auch die angeblich nicht mehr hungrigen Erbsen-Esser mit dabei und haben mindestens genauso kräftig Brathering, Bismarck, Leberwurst und Schmalzfleisch auf Brot in sich hineingeschoben, wie die halb verhungerten. Hätte man im Grunde ja doch noch Klopse machen können und wenigstens was warmes gehabt.
5. Seetag, Donnerstag, 07.09.2006

Rijeka
08.19 Uhr, Icici
Frühstück. Beziehungsweise warten auf Brötchen. Die Grocerie, die ausgeschildert war ist jetzt ein Büro. Noch 2 Scheiben Toast an Bord. Kein Film mehr in der Kamera.
Vergangene Nacht habe ich wieder an Deck geschlafen. Es war wieder sehr naß und mein Schlafsack ist entsprechend feucht und klamm geworden. Die Nacht davor ging besser, da ein ziemlicher Wind durch den Hafen fegte, der natürlich für trockene Luft sorgte.
12.22 Uhr, 45°15'98 N, 014°27'21 E
Kein Wind. Mal wieder. Eigentlich wie schon die letzten Tage. Wir fahren unter Maschine südwärts auf ölglattem Wasser.

Nach dem Auslaufen heute morgen (ich bin dann nochmal losgelaufen, um einen Foto-Film zu kaufen) haben wir Kurs auf Rijeka genommen, um einmal die Küste abzufahren. Wie schon erwähnt, wollten Papa und Georg nocheinmal schauen, wie es dort aussieht. Wirklich interessant. Dieses auf den ersten Blick augenscheinlich triste und öde Grau in Grau hat eigentlich Charme. Zwischen den nackten Hochhäusern findet man immer wieder kleine »Dörfer« aus hübschen Häuschen und kleinen Villen, die scheinbar mitten in die Großstadt geflanscht wurden. Davor teilweise richtig alte und klassische Jugenstil-Häuser mit Türmen und Säulen, dann wieder 30stöckige Wohnhäuser, die wie scheinbar zufällig mit dem Pinsel gemalte Akzente inmitten der roten Ziegeldächer und Zypressen wirken. Vielleicht auch gerade wegen dieses osteuropäischen, manchmal leicht schmuddelig-grauen Touches der kahlen Neubauten (vgl. Polen, Tschechoslovakei, Rußland, DDR) und dem eigentlich etwas ärmlicheren Charme der nackten Stadtansichten (Johannesburg, Kapstadt) vermischt mit klassischem und romantischem wirkt diese unter grauem Smog und kondensiertem Morgennebel verborgene Stadt dennoch so interessant und hübsch. Wie auch immer, ich habe noch 6 Fotos auf dem heute morgen gekauften Film. Hoffentlich sind spätrer ein paar brauchbare Aufnahmen dabei.

Coole Shirts, oder?
6. Seetag, Freitag, 08.09.2006
14.55 Uhr, 44°49'87 N, 013°49'72 E
Wir laufen unter vollen Segeln hoch am Wind richtung Pula, nachdem wir eben die Einfahrt verpaßten. Dort werden wir zunächst Kraftstoff bunkern und dann das Boot übergeben. Morgen früh gehts dann zurück nach Berlin.
Gestern Abend haben wir in Krnicka, einer malerischen Bucht an der Ostküste des kroatischen Festlandes geankert, d.h. ohne Frischwasser, Strom, Toilette. Es war herrlich. Geschützt vor Wind und überteuerten Liegegebühren (60 EUR pro Nacht!) freute ich mich schon beim Fall des Ankers auf ein nächtliches Bad vor dem Schlafengehen, was in Häfen nicht empfehlenswert ist.
Unter Deck sollten dann endlich die Könisgberger Klopse gemacht werden, auf die wir nun schon alle warteten und als der Reis bereits im heißen Wasser badete und sich alle schon die Lippen leckten, merkten wir schließlich, daß eine ganz wichtige Zutat fehlte: Die Klopse, die Kapern und die Soße, mit anderen Worten alles außer der Beilage. Es wurden bereits alle Backskisten und Winkel des Bootes durchwühlt und ausgeräumt, doch die Dosen mit den Klopsen bleiben ebenso verschollen, wie der restliche Gulasch und das Chili con Carne. Entweder wir haben hier irgendwo einen verirrten Zeitschlauch, der all das verschlungen hat und einer späteren Crew unverhofft wieder preisgeben wird (oder vielleicht einer vorangegangenen Crew preisgegeben hat, bevor wir das Boot übernahmen) oder sie befinden sich noch in Papas Keller in Berlin. Ich vertrete die Zeitschlauch-Theorie - das andere wäre zu einfach.
Nach Reis mit selbstgemachtem Gulasch (aus Suppe und Grillsteaks) verzogen sich die Herren dann langsam unter Deck, während Falk und ich noch ein Bad im Vollmondschein nahmen, einmal ums Boot schwammen, zusahen, wie Heinz in seiner vollen gottgegebenen »Schönheit« vom Bug zu uns sprang. Nach diesem Bad schlief ich an Deck wie ein Baby und wachte mit dem Sonnenaufgang wieder auf.
Nach dem Ankerlichten und auslaufen, erhaschten wir gegen 10.10 Uhr endlich Wind, setzten die Segel und befinden uns schließlich vor der Hafeneinfahrt von Pula-Veruda. Jetzt muß ich zurück an Deck, festmachen helfen, und schließlich geht eine weitere Segelwoche ihrem Ende entgegen.
Jan • 23.9.2006, 15:24 Uhr • Abbildungen: 185
Liebes Tagebuch
Claudi und Oli in Berlin

Aus dem Rahmen gefallen: Claudi, Oli, ich.
Nach einer sehr späten Ankunft in der Nacht, nur noch Spaziergang im Landschaftspark Johannisthal.
Sonnabend dann einkaufen. Danach Besuch beim Kulturpark Plänterwald (größter Vergnügungspark der ehem. DDR, später Spreepark Berlin, seit 2001 stillgelegt), danach East Side Gallery, dem größten verbliebenen, zusammenhängenden Stück der Berliner Mauer, eine Afri-Cola am Oststrand und weiter zum Alexanderplatz. Von dort zu Fuß am Roten Rathaus vorbei und Unter den Linden entlang bis zum Brandenburger Tor, weiter richtung Siegessäule, vorher rechts ab durch den Tiergarten und zum Reichstag. Von dort weiter zum neuen Hauptbahnhof mit Besuch im McCafé. Dann am Spreebogen entlang und zur Friedrichstrasse und dann Unter den Linden zurück zum Alexanderplatz. Um Mitternacht dann rauf auf den Fernsehturm, danach zum Flughafen Tempelhof (Architektur bewundern), weiter zur »Pyramide« in Lichtenberg, dann zu meiner ehem. Uni, am Tierpark vorbei, die Wuhlheide entlang nach Schöneweide zu meinem ehem. Gymnasium und weiter nach Adlershof zu meiner ehem. Grundschule und meinem Elternhaus. Zum Schluß wieder in meine Wohnung und eine angeregte Balkondiskussion bis zum frühen Morgen.
Sonntag dann englisches Frühstück und Fahrt nach Gesundbrunnen zur Bunkertour I des Berliner Unterwelten e.V. Danach ein Besuch auf der alten Flak-Stellung und Fahrt zurück nach Hause. Nach leckerer Pizza und Schwätzen sind Claudi und Oli dann nachts wieder heimwärts gedüst.
Am Sonnabends waren wir tatsächlich 14 Stunden auf den Beinen und haben allein beim Sightseeing im Zentrum 14 Kilometer zu Fuß zurückgelegt! Für ihren nächsten Besuch habe ich bereits ein fertiges Programm.
Jan • 29.8.2006, 23:56 Uhr • Kommentare: 1 • Abbildungen: 57
Woanders
Four days England

Rosemarie and Tom Hughes-Croucher
After my parents dropped me at the airport, after checking in and after reading a book in a really hot departure lounge, my plane finally started in time and I was able to watch a great orange sky above the clouds. Short before landing we crossed the motorway and this was my first impression of left hand traffic. When I left the arrivals at East Midlands Airport in Nottinghamshire Tom, his father David and his grandfather Tom just walked towards me. It was a perfect timing, because they didn't have to pay for parking since the first 10 minutes are free. David first told me, they just watched my plane landing and the immigration was incredibly fast.
The trip to Worksop - where Tom's family is living - was good for getting usual with the »wrong-sided« traffic and I was really scared about roundabouts and crossings where I didn't really got how somebody ever knows where to drive. Much more dangerous is it for pedestrians since a non-english guest will always look into the wrong direction when going to cross the street. Regardless how hard you try to first to look to the right - you will still be confused.
After my first night in a nice lodge close to Tom's grandfather's place we met to have a look around the town. Tom showed me where he grew up, where he spent his time when he was a child and everything interesting to know about his childhood and life. I also had my first fish'n'chips, which were surprisingly good after all known cliches. Of course the oil dropped out of everything, but it was very tasty though. Now I know, why Tom decided to be a vegan. (Just kidding!)
Worksop is a really beautiful town with lots of interesting history and a very nice victorian style (?) train station. There we picked up Sally and Martha, two very close friends Rosemarie's. Sally just came over from Sunderland, while Martha came from Texas. After meeting Tom's Mom Hazel, his father David and Grandpa »Ancient Tom« now only Rosemarie - the bride - and Tom's sister with husband are missing.
While Sally went to Hazel's place, David dropped Martha, Tom and me at Sherwood Forest to see where Robin Hood lived. We saw the church where Robin of Loxley and Maid Marianne got married and the Major Oak where Robbin's camp used to be - or at least some very old and big oak which is still there and looks interesting ;-) After returning to Hazel's and David's place Rosemarie arived. This was the first time I met her and I liked her from the first sight. Honestly I liked her even before I actually met her, but now all wedding guest arrived and sat together with a very tasty vegan stew, David prepared.
Funny, but more interesting thing is, that I didn't know any of the people except Tom, but I really liked all of them from the first second. It seemed like a big family though no one really knew each other before. This is a proof for the good taste in friends, Rosemarie and Tom have.
After having an original english bitter beer (which is NOT available in Germany and which was very tasty) with Tom, we went over to Grandpa's, watched the football game Engalnd vs. Sweden and played Dominos. I didn't do that since I was a child and I enjoyed it very much. Of course Ancient Tom won, but the young Tom lost :D After my second night in another lodge (where I slept as well as the night before) I met Tom for an original english »healthy« breakfast, which is not as healthy as it is called - but it was really tasty though. The wedding preparation were fully running and everybody was excited and nervous especially me, who had to read a speech in front of all native-speaking people. At Tom's parent's place I met Rosemary - Tom's sister - and her husband Jefferson. Both were really nice too and I was really pleased to meet them.
Half past two I took Rosemarie to the registry office - and she looked awesome great in her wedding dress. Also Tom did when he arrived later because he didn't want to meet his bride before ceremony since this means bad luck. While the ceremony David read a very nice speech and I got really sentimental while Rosemarie and Tom got married. They looked so beautiful and seemed so happy. It was an honour to be part of all this and I feel so happy to been able to watch all this - don't hesitate and call me a softy.
After ceremony we all went to the West Gate (where I also had my room) for the reception. First martha read a speech the me. After David's and Martha's well-prepared speech I got more and more nervous, but finally I was able to meake the people laugh, which gave me a lot of self-confidence. Rosemary prepared a really great and huge vegan meal which was really really tasty and I think all people including me enjoyed it really much. With good music we kept dancing, talking and laughing and I think all had a really great time.
In the evening we went to Ancient Tom's place again for a cup of tea, before David dropped Rosemarie and Tom at Brown's Bed and Breakfast, which is a highly awarded place for vacation. I guess they had a great night and a good breakfast.
The next day we met at Hazel's and David's place again, had a cup of tea and nice conversation with all except Martha, who had to get up early to catch her train and flight to Germany (yeah, she decided to go to Frankfurt before returning to the states). While David brought Sally, Rosemarie and Tom to the bus, Rosemary and Jefferson took me on a walk through the town. We had lunch and tea and a very very nice conversation about politics and languages again. All people I met where so incredibly nice and I had such a great time with everyone. When returning we bought a can of original SPAM, which has now a spot on my desk.
After returning to Tom's parent's place, David took me on a longer trip to the airport avoiding the motorway and instead showing the great landscape, architecture and nice villages and towns in Nottinghamshire. He told me much about history and architecture. It was very intersting.
Finally I spent my last british coins for an egg salat chiabata, a double chocolate muffing and a cola while waiting for the boarding procedure. Lots of english football fans were going to leave to Germany and it was really crowded. Well the plane started and I had a nice flight back to Berlin. We arrived 25 minutes earlier, but again this was perfect timing, because my parents arrived just in time to pick me up and drop me at home.
Finally I have to say, that I had a really great time and I really enjoyed to meet so many nice people - and of course to have been able to watch Rosemarie's and Tom's wedding. Martha invited everyone to meet her in the states and I would love to make this happen and to keep the relationship to this »international family« (as Martha described this). And I also want to invite everybody to come over to Berlin so I can give all back, what Rosemarie, Tom, Hazel, David, Rosemary and Jefferson gave to me - as well as Martha and Sally. So let's see what the future will bring and when we all will come together again.
Sorry for the bad picture quality, but I only had my cell phone with me. I will provide the collection of everybody's photos as soon as I get them.
UPDATE: New pictures arrived. Images 9 to 54 provided by Rosemary and Jefferson.
Jan • 22.6.2006, 23:18 Uhr • Kommentare: 4 • Abbildungen: 54
Segeln · In eigener Sache
Segeln dieses Jahr

Diesmal nicht!
Leider muß ich hiermit das diesjährige Gemeinschaftssegeln offiziell beerdigen. Trotz regen Interesses für eine Fortführung der (eigentlich ganz neuen) Tradition seitens meiner bewährten Crew, ist die Realisierung in 2006 endgültig gescheitert.
Ursachen dafür gibt es mehrere. In erster Linie bin ich derzeit nicht mehr berechtigt, ein Sportboot auf deutschen Gewässern zu führen. Die Gültigkeit meines Sportbootführerscheins See wurde durch irgendeinen sesselpupenden, gelangweilten Beamten schlichtweg aufgehoben. Trotz in Deutschland gültigem Bestandsschutz für Führerscheine, wurde der Sportbootführerschein kurzerhand ausgehebelt: Seit 2006 ist zum Führen eines Sportbootes zusätzlich ein gültiges Funkzeugnis (Stichwort LRC/SRC) und ein Pyrozeugnis [Pyrozeugnispflicht wurde wegen Bestandsschutz gekippt] erforderlich. Der Widerspruch: Der Sportbootführerschein ermächtigt mich zum Führen von Sportbooten auch mit über 12 Meter Länge. Sportboote über 12 Meter Länge müssen jedoch eine Funkanlage an Bord haben. [Müssen nicht!] Um ein Boot mit Funkanlage zu führen, muß seit 2006 jedoch ein Funkzeugnis des Skippers vorliegen. Fazit: Ich darf mit dem Sportbootführerschein, der mich zum Führen von Booten über 12 Meter Länge ermächtigt, keine Boote über 12 Meter Länge [mit einer Seefunkanlage] führen. Das Pyrozeugnis, das seit 2006 ebenfalls Pflicht ist, benötige ich zum Abfeuern einer Leuchtkugel bei einer Havarie oder einem Notfall. Um also weiterhin auf Sportbooten fahren zu dürfen, zu dessen Führung mich mein Sportbootschein ermächtigt, muß ich Leuchtpistolen aus dem Inventar entfernen, d.h. ich muß wichtige Rettungsmittel von Bord schaffen. Ich weiß nichtmal, ob eine Signalpistole nicht sogar Pflicht ist auf Booten über 12 Meter Länge!? [Ist sie, daher wurde die Pyrozeugnispflicht gekippt.] Herzlichen Glückwunsch Deutschland, Dein geistig behindertes Beamtenpack hat mal wieder den Vogel abgeschossen! Der deutschen Wirtschaft geht es offenbar nicht schlecht genug, warum also nicht die deutsche Sportbootcharterbranche vernichten?
Eine weitere Ursache ist die wirtschaftliche und soziale Situation einiger meiner Mitsegler. So schränkt der Wechsel des Arbeitgebers natürlich den Urlaubsanspruch ein: Wer kann schon vorhersagen, ob er im September frei bekommt, wenn er gerade angefangen hat? Wer bekommt schon Urlaub innerhalb der Probezeit?
Leider ist es schwer, nun Ersatz zu finden. Zum einen sind wir seit dem letzten Törn ein eingespieltes Team, von dem ich nicht mehr als einen Mann austauschen möchte, um nicht wieder komplett bei Null anzufangen. Zum anderen wollen diejenigen, die beim Betrachten der Photos vom BBR05 sofort »hier« geschrien haben und mitkommen wollten, sich plötzlich nicht mehr so früh festlegen und eigentlich haben sie ja doch keine Lust und keine Zeit - bis sie dann wieder aktuelle Photos sehen, wieder »hier« schreien und dann doch wieder rumeiern - wie immer eigentlich.
Zu guter letzt habe ich am Sonntag das Angebot bekommen, in Kroatien zu segeln. Da mein Vater ebenfalls unter dem Regulierungswahn unserer dummen Beamten leidet, muß sein diesjähriger Törn aus Deutschland wegverlegt werden; in Kroatien braucht man die beiden zusätzlichen Zeugnisse nicht [Doch, UKW-Sprechfunkzeugnis ist dort schon länger Pflicht, wird aber nicht kontrolliert]. Sein Angebot, ihn dorthin zu begleiten ist sehr verlockend. Zum einen wollte ich schon immer mal im Mittelmeer segeln (hier: Adria), zum anderen möchte ich mir das alljährliche Segeln nicht nehmen lassen, auch wenn es mit meinem eigenen Törn diesmal nicht klappt. Natürlich ist es für mich wieder ein kleiner Rückschritt, denn ich war ja letztes Jahr selbst schon als Skipper unterwegs, mit meinem eigenen Charterboot, meiner eigenen Crew und meiner eigenen Planung. Nun werde ich mich wieder unterordnen, mich aber so weit es geht an Organisation, Planung und Ausführung beteiligen - man will ja nicht aus der Übung kommen.
Im Winter plane ich, die fehlenden Zeugnisse nachzuholen (evtl. zusammen mit Papa?) und dann 2007 wieder ein Baltic Race zu veranstalten - vielleicht das NBR07 (Nylle Baltic Race)? Also liebe Crew, es tut mir wirklich unendlich leid, aber Ihr wißt ja selbst, welche Probleme wir dieses Jahr hatten und haben. Im nächsten Jahr hoffe ich Euch alle wieder zu meiner Crew zählen zu dürfen.
Jan • 8.5.2006, 21:04 Uhr • Kommentare: 3
Neulich im Zwischennetz
Von modernen Browsern ...und dem Internet Explorer
Weee!
Wie man wohl unschwer erkennen kann, habe ich nach nur drei Monaten ein neues Design für nylle.de implementiert. Der Clou (zumindest für mich): Die Seite basiert nun zu 100% auf CSS. Nach vielen Wochen, langen Nächten und harten Kämpfen habe ich es geschafft, die klassischen und aus der Mode gekommenen Style-Tabellen zu verbannen und dennoch ein mehrspaltiges Layout zu erzeugen.
Einfach war das nicht. Zwar halten sich moderne Browser nahezu kompromislos an den w3c- und css2.0-Standard, der Internet-Explorer (IE) jedoch nicht. Stylesheets ermöglichen eine Vielzahl von Effekten und Gestaltungsmöglichkeiten und erlauben gleichzeitig eine Dynamik, mit Hilfe derer man das Design einer Seite unendlich oft und vielfältig verändern kann, ohne die eigentlichen HTML- oder PHP-Dateien anzufassen. Zumindest dann, wenn man eine Seite für sogenannte »moderne Browser« erstellt. Der IE weigert sich seit vielen Generationen und Versionen beharrlich, die international vereinbarten und festgelegten Standards zu unterstützen und korrekt zu interpretieren. Entweder es werden Eigenschaften komplett ignoriert oder völlig abartig interpretiert und dargestellt. Von den unzähligen Bugs (ja ich rede von gravierenden Fehlern in der Engine des IE) wollen wir nicht sprechen. Jeder, der sich mit Web-Entwicklung und CSS beschäftigt, wird den berüchtigten 3-Pixel-Bug oder den Box-Model-Bug intensiv kennen.
Es hat mir wirklich Spaß gemacht, mit einer neuen Technologie zu experimentieren, die ich bisher aus Zeitmangel nicht anpacken konnte, allerdings habe ich während dieser Zeit den IE wirklich hassen gelernt! Das groteske daran ist, daß der weltweit am meisten genutze Browser die Standards am wenigsten unterstützt. Praktisch äußert sich das darin, daß man ständig Hacks und Workarounds einbauen muß, um einfache Darstellungen auch im IE normal aussehen zu lassen. Tatsächlich ging die meiste Entwicklungszeit genau für diesen Mist drauf.
Erschreckend kommt hinzu, daß die meisten dieser Bugs und Schwächen auch in der nächsten Version 7 des IE nachwievor enthalten sind. Offenbar legt man bei Microsoft weder Wert auf die Einhaltung von Standards noch auf die Ausmerzung gravierender Fehler. Beängstigend ist allerdings, daß sich die neue Version gerade genug verändert hat, um eine vielzahl der IE-Hacks unwirksam zu machen. Es ist nicht zu erwarten, daß die Träume der Webentwickler eines Tages wahr werden und der IE zunehmend an Marktanteil verliert, denn jeder DAU, der sich einen Konserven-PC aus dem nächsten Media Markt holt, wird natürlich mit Windows arbeiten und mit dem IE surfen ohne sich auch nur ansatzweise Gedanken darüber zu machen, daß es da draussen möglicherweise auch »moderne Browser« gibt.



