Woanders

Frankreich 2008 - Tag 5


Schwer zu erkennen: Flamingos

Dienstag, 28.10.2008

Es ist acht Uhr. Aufstehen, Zähne putzen, Kaffee kochen. Dazu muß man sagen, daß wir den Luxus genießen, jeden Morgen frischen Mokka trinken zu können, denn ein kleiner Propangaskocher ermöglicht uns die Verwendung der heimischen Steigrohrmaschine. Das Zelt ist übrigens das erste mal trocken! Wir hatten zwar bisher kein Regenwetter, aber die feuchten Oktobernächte hinterlassen auch ihre Spuren. Kurz nach neun verlassen wir den Campingplatz. Unser Ziel ist das nur 70 km entfernte Hyères, wo wir nochmal zelten wollen, bevor wir uns auf die lange Rückreise machen.

Als es gegen 10 Uhr leicht zu nieseln anfängt, machen wir uns Sorgen um unser Karma, denn die zehn Tage England letztes Jahr brachten zehn Tage Regen. Bis jetzt hatten wir Glück und trotz des Niesels bleibt es warm. Kurz nach elf gießt es schließlich in Strömen. Wir passieren Hyères und wollen uns an der Küste einen schönen Campingplatz suchen. Wir fahren auf die Halbinsel Giens, sehen rosa Pinguine und sind plötzlich wieder auf der Straße nach Hyères. Verwirrt versuchen wir zu begreifen, was passiert ist, ob wir geträumt haben und warum wir wieder dort sind, wo wir eigentlich her kommen. Eine Karte am Straßenrand klärt uns schließlich auf, daß Giens über zwei Landwege mit dem Festland verbunden ist. Beide Wege, wovon einer nur ein sehr schmaler natürlicher Damm ist, kann man mit dem Auto befahren, was dazu führte, daß wir rauf und wieder runter fuhren, ohne es zu merken. Die Halbinsel ist ein beliebtes Surf- und Tauch-Paradies, wie wir merken müssen, verfügt über ein Naturschutzgebiet, eine kleine Ortschaft, viele Campingplätze und Scharen von Flamingos, die ziemlich ratlos und gelangweilt in der Gegend rumstehen. Warum sie das ausgerechnet hier tun, vermögen wir nicht herauszufinden.


Hyères im Regen und Berufsverkehr

Nachdem wir alle Campingplätze in der Nähe abgefahren und von außen begutachtet haben, entscheiden wir uns schließlich für den Campingplatz in La Tour Fondue und reservieren uns schonmal eine Parzelle. La Tour Fondue liegt an der Südküste Giens, besitzt einen winzigkleinen Fährhafen, ein paar Häuser, drei Geschäfte, die alle saisonbedingt geschlossen sind und behebergt Unmengen Froschmenschen, die den ganzen Tag in ihren Gummianzügen durch die Gegend watscheln und entweder Surfbretter oder Taucherausrüstungen mit sich herumschleppen. Sämtliche ortsansässigen Campingplätze haben offensichtlich auch nur deshalb noch geöffnet, weil sie auch zu dieser Jahreszeit von diesen Froschmenschen geradezu überrant werden.

Aufgrund der Wetterlage - es hat sich inzwischen richtig eingeregnet - entscheiden wir, mit dem Aufbau des Zeltes noch zu warten und unternehmen einen Spaziergang zur Fähranlegestelle. Dort ist alles vernagelt und verrammelt, lediglich ein paar Autos stehen auf dem riesigen Parkplatz, der die größte Fläche der Ortschaft einnimmt. Wir sind inwzischen völlig durchnäßt und begeben uns zurück zum Auto, um in trockene Klamotten zu schlüpfen. Als der Regenguß in ein Nieseln übergeht, fahren wir nochmal nach Hyères, um uns die sehr alte und wunderschöne Stadt anzusehen, trinken Kaffee, bummeln rauf zum Stift Saint Paul, laufen die breiten, mit Palmen gesäumten Alleen entlang und kehren schließlich zum Zeltplatz zurück.


Der Eingang zum Campingplatz

Um halb sechs bauen wir dann unser Zelt auf. Es nieselt inzwischen wieder leicht, was die Mücken nicht davon abhält, uns in dichten Schwärmen zu Tausenden anzugreifen. Unglaublich, sowas hab ich noch nicht gesehen! Binnen Sekunden sind Auto und Zelt voll mit Mücken, obwohl letzteres noch nichtmal richtig aufgebaut ist. Stiche überall. Als wir dann mit unseren Schlafsäcken, Decken und Essensbeuteln ins Innere flüchten, bringen wir 10 bis 15 Minuten damit zu, alle Mücken im Zelt zu jagen und zu töten. Schließlich essen wir Abendbrot, bestehend aus frischem Baguette mit Wurst, Käse und Oliven. Als wir gegen neun das Licht ausmachen, geht draußen der Trubel erst richtig los. Kinder rennen laut kreischend umher, spielen Fangen und Verstecken zwischen den Zelten. Auf den Veranden der Chalets wird laut geredet und gegessen. Die ganzen Froschmenschen haben sich am Abend versammelt und verbringen ihn gemeinsam - die Mücken scheinen sie nicht zu stören.

Die anderen Tage: Tag 1, Tag 2, Tag 3, Tag 4, Tag 6, Tag 7 oder alle auf einen Blick

Jan • 29.4.2009, 5:41 Uhr

Kommentare

  1. So schoen die schwarz-weiss Fotos auch sind, Flamingos sind eher ungeeignet. Wobei sie in Farbe auch nicht sehr rosa wirken, auf dem Bild? Tatsaechlich hab ich jetzt erst das onmouseover entdeckt, waere besser die Bilder per onload nachzuladen, damit sie nicht erst beim ueberfahren geladen werden und somit gleich angezeigt werden koennen. :-)

    Olly • 29.4.2009, 9:59 Uhr

  2. Nee mit solchem Javascript-Schnulli fang ich gar nicht erst an. Das Hover ist eigentlich schon zuviel in meinen Augen und sollte auch nur ein Gag sein. Wenns nicht funktioniert, ist es eben nur schwarzweiß - auch gut.

    Nylle • 29.4.2009, 10:49 Uhr


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