Woanders

Frankreich 2008 - Tag 1


Unser Zuhause für die nächsten 7 Tage

Freitag, 24.10.2008

Bald ist Feierabend. Ich sitze im Büro und freue mich schon auf den unmittelbar bevorstehenden Urlaub. Es ist Freitagnachmittag. Freitags werden üblicherweise keine neuen Softwareversion mehr auf die Server gespielt. Sowas wird spätestens Donnerstag getan. So hat man noch den ganzen Freitag Zeit, Probleme zu beheben, sollten denn welche auftreten. Ganz besonders, wenn der verantwortliche Entwickler die darauffolgende Woche im Urlaub ist, fernab von Internet und Laptop. Wir spielen also an diesem Freitagnachmittag eine neue Softwareversion ein und ich verlasse schließlich um 16 Uhr eilig das Büro, denn Frank will mich um 17 Uhr zu Hause abholen. Wir wollen an die Côte d’Azur. Wo schönes Wetter ist. Mit dem Auto. Und dem Zelt.

Um 16.30 Uhr klingelt mein Telefon und Frank teilt mir mit, daß sich unsere Abreise um eine halbe Stunde verschieben wird, da der Tacho an seinem Volvo nicht mehr funktioniere. Er hatte die Woche damit zugebracht, das Auto ein wenig auf Vordermann zu bringen und noch an diesem Freitag das Kombiinstrument wieder eingebaut - offensichtlich ohne die Tachowelle anzuschließen.


Wir verlassen Berlin erst nach Sonnenuntergang

Eine halbe Stunde und 105 Minuten später holt er mich schließlich zu Hause ab, um mich zwei Straßen weiter an seiner Wohnung wieder abzusetzen, wo er mir eröffnet, daß er nur noch schnell packen müsse. Wir passieren schließlich um 19:30 Uhr das Schönefelder Kreuz und fahren südwärts richtung Westerwald. Mit Frank lange Strecken Auto zu fahren ist eine sehr angenehme Sache. Man könnte meinen, daß wir uns nach kurzer zeit ziemlich auf die Nerven gehen müßten, aber komischerweise passiert das nicht. Nicht im Auto jedenfalls. Wir erzählen uns gegenseitig Blödsinn, hören Musik oder planen die nächsten Tage.

Mitten in der Unterhaltung rumpelt und poltert es plötzlich unangenehm laut unter dem Auto. Wir müssen über irgendetwas drübergefahren sein, jedenfalls kann Frank noch im Rückspiegel sehen, wie ein nicht näher definierbares Blechteil in der Dunkelheit verschwindet. Es ist etwa 21 Uhr, als wir den Rastplatz erreichen. Frank kriecht unters Auto und ruft mich heran. Im Lichtkegel der Taschenlampe sehe ich eine einsame Schraube aus ihrer Bohrung herausragen. Daneben zwei weitere Bohrungen - ohne Schrauben. Frank erklärt mir verdutzt, daß dort eigentlich ein Hitzeblech montiert sein müßte. Während er überlegt, ob er möglicherweise vergessen hat, die Schrauben anzuziehen, muß ich nur die ganze Zeit daran denken, wieviele Schrauben wohl noch angezogen werden müssen. So ein Auto hat viele Schrauben. Sehr viele.

Wir setzen unsere Reise fort. Es ist ja nur ein Hitzeblech. Nichts kritisches. Moment mal, riecht es hier nicht irgendwie verschmort? Als wir um 22:30 Uhr beim McDonald's im Gewerbegebiet Waltershausen Nord bei Eisenach zum Abendbrot Halt machen, prüft Frank nochmal den Auspuffkrümmer, über dem das Hitzeblech mal montiert war. Sieht alles gut aus. Um 2 Uhr erreichen wir schließlich Mündersbach und werfen von der Straße aus einen Blick auf Franks Arbeitsstelle, bevor wir weiter nach Selters zu seiner Wohnung fahren und schlafen gehen.

Die anderen Tage: Tag 2, Tag 3, Tag 4, Tag 5, Tag 6, Tag 7 oder alle auf einen Blick

Jan • 1.4.2009, 5:54 Uhr

Kommentare

  1. Ha, jetzt hab ich das Gefuehl verloren, dass ich mit dem Blogschreiben hinterher bin... fast ein halbes Jahr, aber besser spaet als nie! ;-) Dem Unwissenden stellt sich nun die Frage, weshalb bastelt jemand an seinem Volvo in Berlin an einem Freitag herum, wenn er 600km weit weg wohnt und arbeitet?

    Olly • 2.4.2009, 4:32 Uhr

  2. Weshalb? Na weil der Wagen ein paar technische Mängel hatte, die behoben werden mußten, bevor man sich auf eine 3000 km lange Fahrt begibt.

    Nylle • 2.4.2009, 6:12 Uhr

  3. Ich dachte schon da stimmt doch was nicht. Aber Du bist nur ein wenig langsam beim Schreiben :-D

    Andy • 23.4.2009, 15:35 Uhr


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